Fähre nach Marokko - Genua eine alternative zu Algeciras?

eigentlich wollten wir es ja fast wie jeder machen… von Deutschland aus über Frankreich, nach Spanien und dann zu Carlos die Tickets für die Fähre nach Tanger MED kaufen. Das war auch unser Plan, bis genau einen Tag vor Abfahrt zuhause in Mondfeld. Andi´s Mama Petra legte uns einen bunten ausgedruckten Zettel auf den Tisch, wo die Regenzeiten  in allen afrikanischen Ländern ersichtlich waren. Im Mai beginnt die Regenzeit in Kamerun, da wollt ihr nicht sein… Das gab uns kräftig zu denken da wir das Video von Freddy & Rita Reck gesehen haben, wie sie mühsam Kamerun in der Regenzeit durchquert haben. Es gibt also genau drei Möglichkeiten für uns… vor der Regenzeit durchzukommen, die Regenzeit abzuwarten oder auf biegen und brechen durch die Regenzeit durchzufahren. Das kam definitiv nicht in Frage und so haben wir uns entschieden zu versuchen bis dahin Kamerun zu passieren. Unter 7 Monaten bis nach Kamerun, da zählt jeder Tag in Europa, dass wir nach unserer großen Reise auch noch gut entdecken können.

Versteht uns nicht falsch, wir haben nicht vor den afrikanischen Kontinent komplett durchrasen ( was mit unserem Lütje auch überhaupt nicht möglich wäre) aber wir sind uns einig dass wir gerne in den Ländern mehr Zeit verbringen möchten die von Deutschland nicht so schnell zu erreichen sind. Da wir zu dem Geburtstag von Pias Papa Ende Oktober  sowieso in Österreich sind und auch noch Andi´s ehemalige Studienkollegen in Innsbruck besuchen wollten, haben wir uns über Fähren von Italien aus informiert.

 

- Da kamen wir auf Genua -

 

Genua liegt etwas unterhalb vom Gardasee und war mit 802 Kilometern deutlich näher als Algeciras mit 2464 Kilometern. Das rechnet sich allein schon wen man bedenkt das unser Lütje relativ durstig ist und auf 100 Km schon mal gerne 20 Liter schluckt. Bei den aktuellen Dieselpreisen kann einem da schon etwas schlecht werden.

Relativ spontan haben wir dann eine Fähre bei GNV für 642,80€ gebucht. Darin enthalten sind die Frachtkosten für unseren Lütje, 2 Nächte in einem Vierbettzimmer (in dem wir aber Gott sei Dank alleine waren) und einen FoodPass für das Schiff im Wert von 80€. Am 8 November um 13 Uhr legt unsere Fähre in Genua ab und sollte am 10. November Nachmittags in Tanger MED wieder anlegen. Die Fahrt nach Genua war relativ entspannt innerhalb von 3 Tagen zu schaffen. Wobei wir am 3en Tag nur gut eine Stunde gefahren sind. Die Mautkosten für die Autostrada in Italien betrugen €33,20. Dazu kommen aber noch Kosten für eine Fährverbindung am Gadasee bei der wir uns für schlappe 27,80€ knappe 120 Kilometer + Maut gespart haben. In Genua angekommen haben wir uns via Park4night einen Stellplatz in Hafen Nähe gesucht, damit wir am nächsten Tag schnell bei der Fähre sind, laut Reservierungsbestätigung sollten wir 8 Stunden vor Abfahrt im Hafen einchecken. Genua ist kompliziert, Brücke hier, Kreuzung dort, Tunnel da, überall Gewichtsbeschränkungen & Höhenbeschränkungen, Polizisten stehen vor den Brücken damit nicht ausversehen ein LKW drüber fährt der zu schwer ist. Durch Zufall haben wir unser Check-In Gate gefunden da knapp 100 voll (wenn ich an dieser Stelle voll schreibe, dann meine ich es wirklich so) beladene Autos, mit Stoßstangen die am Boden schleifen, komplett kreuz und quer im Hafen stehen und jede Spur blockieren.

Nun haben wir dort gute 2,5 Stunden gewartet ohne das sich etwas tat, ein paar Menschen packten ihren Teppich aus, legten ihn auf den Boden und fingen an zu beten, die anderen schliefen in ihren Autos und fast keiner fährt richtung Gate. Andi wurde es irgendwann zu blöd und fuhr einem LKW auf der Gegenfahrbahn einfach hinter her. Hier war absolut kein Auto mehr, warum haben die alle da hinten gewartet und Chaos verursacht? Nun waren wir endlich im Check in und konnten uns geordnet, wie es der Deutsche gewohnt und lieb ist, in Schlangen aufreihen und müssen hier tatsächlich nochmal gute 6 Stunden warten bis wir endlich auf die Fähre fahren können. Über die Fähre selbst können wir nur zwei gute Sache berichten, sie ist angekommen und wir haben sehr nette Leute kennen gelernt. Es war laut, sehr laut, das Essen war wenig, eher mäßig lecker und wahnsinnig teuer. Die Angestellten waren überfordert und teils sehr unfreundlich. Am schlimmsten jedoch waren die Durchsagen die morgens um halb 7 anfingen und bis nachts um halb 11 gingen. Die Pizzaria hat jetzt geöffnet, in 4 verschiedenen Sprachen und alle 10 Minuten ertönt die Durchsage in jedem Raum und Zimmer. Naja… sind ja nur 48 Stunden, so haben wir unsere Zeit dort abgesessen und konnten den Tag an dem wir endlich ankommen kaum erwarten.

In Tanger MED angekommen fuhren wir von der Fähre, kamen durch eine Passkontrolle und mussten uns kurz darauf in die „richtige Kontrolle“ einreihen.

 

Tip für die großen Expeditionsmobile über 3,50 Höhe - ganz rechts anstellen! Wir mussten nämlich nach 2 Stunden warten aus unserer Reihen rückwärts rausfahren und uns ganz rechts anstellen weil ein Kontrolleur erst auf nachfragen auf die Idee kam das unser Fahrzeug evtl. ja gar nicht unter ihr Dach passt :)

 

Wenn man bei den Kontrollen durch ist kann man sich direkt dahinter links eine Versicherung für Marokko besorgen, Geld wechseln, abheben, Sim Karten besorgen etc… Wir haben uns für eine Versicherung über 1 Monat entschieden und mussten 900 Dirham bezahlen. ( Das sind in etwa 83€) Eine Sim Karte haben wir nicht besorgt da uns auf dem Schiff von einem Marokkaner (Vielen Dank an Radi) empfohlen wurde MarocTelekom zu besorgen da sie die beste Flächenabdekung in Marokko hätten. In Chefchaouen haben wir uns dann eine Karte für 5GB besorgt - Kostenpunkt 80 Dirham (das sind in etwa 7,42 €)

 

Kostenaufstellung Deutschland nach Marokko über Genua

 

Fähre Genua - Marokko       € 642,80

Maut                        € 33,20

Fähre Gardasee              € 27,80

Parkgebühren                € 37,50 (alles über Nacht, 30 € für die Parkgebühr in Genua direkt am Hafen, 7,50 € für eine Nacht am Gardasee, da wir nachts bei Freunden im Haus übernachtet haben)

 

Fazit

 

Wir würden jederzeit wieder diese Fährverbindung über Genua nehmen, allerdings empfehlen wir hier, selbst haltbare Lebensmittel mit auf die Fähre zu nehmen, Ohropax und etwas zu lesen oder evtl Spiele wären auch sehr praktisch gewesen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Travel curry (Donnerstag, 22 November 2018 21:36)

    Danke für euren netten Bericht .

  • #2

    Bernhard (Freitag, 07 Dezember 2018 19:01)

    Da habt Ihr wohl die selbe Fähre gehabt wie wir :) Aber wenigstens sind wir alle Heil angekommen und nicht in Barcelona mit dem Kahn in einen Kran gekracht.... ;)