Auf den Spuren von James Bond - Horrorverbindung Tordra - Dades

Vulkankrater Kef Al Mdawra

Wir haben noch 4 wundervolle Nächte im Haven la chance verbracht, bis wir Sonntags aufbrachen um Richtung Todhra Schlucht zu fahren. Unser erster Offroad Track in dieser Route führte uns über Rissani über karge Kieswüste mit sandigen Passagen, unterbrochen von einem schönen Akaziental, Richtung Jorf. Auf der gesamten Route waren Nomadenzelte aufgeschlagen und viele Dromedare, Ziegen und ihre Hirten kreuzten unseren Weg. Ca 15 Kilometer nach Rissani ist ein begehbarer Vulkankrater Namens Kef Al Mdawra der, was wir erst bei Ankunft erfahren haben, mit unter anderem ein Drehort vom James Bond Film Spectre war. Der Krater diente außerdem während der Besatzungszeit dem französischen Militär als Fort. Allerdings war es in im inneren des Kraters sehr stark belebt, ein Nomade der Steine verkaufen wollte, Kinder die mit ihren Mopeds hin und her fahren, Einheimische die ihr Auto parkten und die Musik richtig laut stellten, damit sie auf ihrem Picknick Platz 100 Meter weiter auch ja musikalische Beschallung auf Disco Lautstärke haben. Sehr schade… laut unseren Informationen sollte sich dort fast niemand hin verirren.

Übernachtung im Qued Gheris

Andi schoss ein paar Bilder und wir machten uns weiter auf den Weg Richtung Jorf. Dort angekommen endete auch schon unsere Offroad Passage für diesen Tag und wir fuhren in Richtung Tadighoust wo ein wunderschöner Pass über Goulmima  durch den Mittleren Atlas bis nach Tinghir führen soll. Übrigens können wir diese Strecke auch jedem Wohnmobil- Fahrer empfehlen. Die Straßen sind komplett geteert und gut erhalten, allerdings müsst ihr leider auf die Übernachtung im ausgetrockneten Flussbett verzichten :) Aufgrund der Atemberaubenden Kulisse haben wir die Zeit ein bisschen aus den Augen verloren und somit mussten wir auf dem Pass im Qued Gheris nach einer Schlafgelegenheit suchen. Gar nicht so einfach unentdeckt mal rechts irgendwo abbiegen, weil in Marokko steht in jedem noch so unbewohntem Gebiet ein Mensch, verrückt. Meilenweit kein Haus und man könnte meinem man sei im Nirvana, aber kaum steht man, kommt aus dem nichts immer irgendjemand hergelaufen. Sebastian und Alina, die wir auf der Fähre kennengelernt haben, sind fest davon überzeugt das Marokko durch ein ausgeklügeltes Tunnelsystem miteinander vernetzt ist :) Kurz vor der Ortschaft Gorge, auf exakt 1222 Meter, fuhren wir über ein das Flussbett Qued Gheris rechts neben die Straße. Naja… unentdeckbar würde ich das nicht nennen, aber wenigstens nicht so viel Verkehr. Dafür ist die Kulisse der absolute Kracher und entschädigt zu 100% den doch sehr offensichtlichen Stellplatz direkt neben der Passtraße. 

Querverbindung Todra- Dades, Bewährungsprobe für Mensch und Maschine

Sehr früh am nächsten Morgen brechen wir auf da wir an diesem Tag noch ein bisschen Strecke machen wollten. Mein Plan war eigentlich die Todhra Schlucht runter zu fahren um dann die Dades Schlucht raufzufahren, ich habe sogar schon einen Standplatz ausfindig gemacht an dem wir die Nacht stehen können. Andi hielt wohl nicht so viel von der Idee und meint man könnte doch auch die Querverbindung von der Todhra - zur Dades Schlucht fahren. Das ist eine Offroad Route die sehr schön sein soll. Komischerweise wahr mir bei dem Gedanken sehr unwohl, warum kann ich nicht sagen, aber ich hatte einfach kein gutes Gefühl. Kurz vor dem „Pisteneingang“ war ein Campingplatz mit einem Schild „Information de Piste“ Andi fragte nach ob die Piste möglich sei, der Kerl grinst und sagt „Qui,possible“ nun gut, fahren wir los und schauen mal ob das so stimmt. Die ersten Kilometer gingen eigentlich relativ gut, die Straße war breit genug und in gutem Zustand, hier kamen wir an etlichen Nomadenzelten vorbei die uns alle hinter her rannten und nach Essen oder Geld verlangten. Mit winkenden Händen fuhren wir dran vorbei uns sahen im Rückspiegel die enttäuschten Gesichter. Als die Strecke an einem ausgetrockneten Flußbett entlang ging wurde es schon um einiges heikler, der Weg war so schmal das wir gerade noch drauf gepasst haben, teilweise wurde der Rand vom Wasser ausgespült und wir mussten mit der Beifahrer Seite auf den Hang schräg fahren, weil wir sonst nicht mehr auf den Weg gepasst hätten. 

Andi hat mich immer wieder aufgemuntert und gemeint schlechter kann der Weg nicht werden. Pustekuchen, der kann wohl schlechter werden und er wurde schlechter, sehr viel schlechter sogar. Der Weg wurde an einigen Stellen komplett abgetragen und die Spuren führen ins Flussbett runter und ein Paar Meter vorne wieder drauf. Nachdem wir die erste Spur einfach so runter sind, und unser Container hinten so geschwankt hat, das ich dachte jetzt fliegt er um, haben wir uns beschlossen wir bauen die Auf und Abfahrten mit Steinen auf. Dies nimmt zwar sehr viel Zeit in Anspruch aber immerhin besser wie hier mitten im nirgendwo umzukippen, kein Handyempfang zu haben und keiner kann uns helfen. Jetzt stehen wir da unten in dieser unbewohnten Schlucht, die Strecke ist total scheisse, wir haben kein Empfang und können uns nur in Meterarbeit nach vorne kämpfen. Offroad Fahren ja! aber das hier? Das war mir einfach zuviel, man kommt sich so hilflos vor und kann nur noch Meterweise nach vorne denken. Total abgekämpft erreichen wir das Ende des Flussbettes und stehen nun vor den Serpentinen die in das nächste Dorf führen und schlussendlich in die heiß ersehnte Dades Schlucht. Andi meinte die Serpentinen sehen super aus doch ich habe darauf bestanden das wir ein Teil vom Weg ablaufen, die ersten hunderte Meter sahen wirklich gut aus, doch ich wollte weiter ablaufen. Andi wurde schon richtig zornig auf mich, da ich hinter jede Kurve schauen wollte. Wie auch am Morgen, täuschte mich mein Bauchgefühl nicht, der Weg wurde schlimmer und schlimmer sodass man nur noch schadenfrei mit einem Bollerwagen passieren konnte. Die Schräglage vom LKW wäre heftig gewesen die Spuren teilweise noch schmaler und alles geht hunderte Meter Berg ab. NEIN! Ich will das nicht! Ich will umdrehen! Komischerweise lässt sich Andi schnell überreden und willigt ein. Unten bei Lütje angekommen mussten wir drehen und uns kam eine Französische Familie im Jeep entgegen. Sie fragten uns ob wir nicht weiter fahren? Wir meinten es sei zu gefährlich wir sind den Weg abgelaufen und drehen um, das hat die wenig interessiert, sind in ihren Wagen eingestiegen und die Serpentinen hochgeflitzt. Okay!? Viel Spaß. Die Strecke zurück ging Gott sei dank schneller, da wir ja schon einige Wege aufgebessert haben und Steine aus dem Weg geräumt haben. Mir fielen tausend Steine vom Herzen als wir endlich wieder auf der normalen Straße waren, jetzt fuhren wir noch die wunderschöne Todhra hinunter und haben uns zur Feier des Tages in einen Campingplatz einquartiert. Ich habe ehrlicherweise noch nie so große Angst verspürt, auch Andi beichtete mir im Nachhinein das er sehr große Angst hatte.

Jetzt haben wir für ein paar Tage erst mal genug von Offroad :)

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