Erste Eindrücke von Marokko - von Tanger bis zum Atlas Gebirge

„Marokko ist gefährlich“ den oder andere Sätze hörten wir über fast jedes Land das wir in Afrika durchqueren wollen. Was ist heutzutage schon ungefährlich? Den Urlaub in Südfrankreich zu verbringen, den Berliner Weihnachtsmarkt zu besuchen oder auf ein Countryfestival in Amerika zu gehen bringt bestimmt mehr Risiken mit sich als durch Marokko zu reisen. Ein netter Marokkaner den wir außerhalb von Fez kennen lernen durften hat uns gefragt wie lange wir schon in Marokko sind, unsere Antwort darauf war eine Woche, darauf hin sagte er mit einem lächeln „Na dann können Sie ja froh sein noch nicht erschossen worden zu sein!“  

Auch unser erster Eindruck von Marokko war sehr gut. Wir haben uns kein einziges mal unsicher oder ängstlich gefühlt. In New York hatte ich deutlich mehr Angst wie in Marokko. Lediglich wollten wir vor Volubilis, einer alten Römerstadt, frei stehen in denen wir von dubiosen Typen belagert wurden. Kurzerhand haben wir alles zusammengepackt und sind einfach 10 Kilometer weiter gefahren.

Ganz oben im Norden rund um Tanger erinnert Marokko uns an einen 5 Sterne Hotelkomplex. Alles unglaublich gepflegt, kein Müll und die Marokkaner fahren sehr teuere Autos. Auch an einer der Residenzen des Königs sind wir hier vorbeigefahren. Hier muss wohl die reichere Oberschicht leben. Unsere erste Nacht haben wir, sowie fast jeder Europäer auf der Fähre, auf einem Campingplatz 1 Stunde vom Hafen entfernt, geschlafen. Von diesem Campingplatz aus haben wir uns beschlossen, unser nächster Stop wird Chefchaouen „die blaue Stadt“ sein. Auch Julie, Alina & Sebastian mit dem kleinen Leo haben sich uns angeschlossen und so haben wir noch zwei nette Tage über der Stadt Chefchaouen verbracht. Chefchaouen ist ein Paradies für Fotographen, in fast jeder Ecke lohnt sich ein Foto, die blauen engen Gassen mit ihren bunten Blumenkübeln sind wunderschön. Die Menschen in den Gassen lächeln einen an, auch wenn sie nichts verkaufen wollen. Manche möchten natürlich das wir in ihre Shops schauen und etwas kaufen, wenn man dies aber höflich verneint wird meistens nicht weiter gefragt. Das finde ich unglaublich sympathisch in Marokko. Allgemein haben wir die Marokkaner in dieser kurzen Zeit als sehr hilfsbereit kennen gelernt. Wir waren auf einem Markt auf der Suche nach Kaffeebohnen für unsere French Press, ein Marokkaner ist mit uns durch die halbe Medina gegangen um uns zu unserem Kaffee zu bringen, Andi wollte ihm ein bisschen Geld als Dank zustecken, er war fast ein bisschen beleidigt und hat das Geld abgelehnt. Wir Europäer sehen wahrscheinlich immer die „Hintergedanken“ der anderen Menschen, speziell von anderen Kulturen. Sehr schade eigentlich, so wissen wir nicht ob die Einladung auf einen Tee ernst gemeint, oder ein ausgeklügelter Verkäufertrick ist.

Nomadenkinder Nähe Tamtatouchte 

 

In Touristischen Gebieten wird das wohl die Regel sein aber ländlichen Regionen in denen sich kaum ein Tourist verirrt, kann man wohl ganz getrost eine Einladung annehmen. Allerdings kann es sein das nach der vermeintlichen Einladung ordentlich gebettelt wird. Ist aber definitiv nicht die Regel! Von Chefchauen fuhren wir abseits der Hauptstraßen Richtung Fez. Der Weg führte durch unbewohnte Gebiete, kleine Dörfer und durch Wälder. An einem großen See machten wir halt und kehrten in ein Marokkanischen Imbiss ein. Für 50 Dirham (ca 5 €) bekamen wir 1 Kilogram fangfrischen Fisch mit Gemüse, Fladen und Tee. So ziemlich den besten Fisch den wir beide jemals gegessen haben. Gut gestärkt ging es für uns nach Fez. Wir fuhren einen Campingplatz an und wurden dort überredet uns die Medina von Fez von einem Guide am nächsten Tag zeigen zu lassen, da Fez einem Labyrinth gleicht und es anscheinend sehr schwer ist wieder rauszufinden. Leider war Freitag (der Sonntag in Marokko) und nur wenige Geschäft haben offen. Daher war Fez für uns leider ein kleiner Reinfall da unserer Erwartungen für die älteste und größte Medina des gesamten Arabischen Raums sehr hoch waren. Eine Nacht haben wir noch auf dem Campingplatz verbracht und fuhren am nächsten Morgen Richtung Atlasgebirge. Über endlose Weiten, Steinige Wüsten und steile Straßen fuhren wir bis über 2160 Meter über dem Meeresspiegel. Unzählige Schäfer mit ihren Herden kamen uns entdecken, alle lächelten uns an und winkten wie verrückt. Über unsere erste Offroad Piste, die aber tatsächlich als Weg markiert wurde, über den Monkey Point an dem wilde Affen leben fuhren wir weiter Richtung Atlas. Hinter einem Hügel Richtung Er-Rachidia war der Atlas auf einmal zum greifen nah. Eine Riesige Gebirgskette voll bedeckt mit Schnee, so wie man sich Marokko bzw. Afrika nicht vorstellen mag. In Jaffer machen wir halt für eine Nacht. Am nächsten Tag soll unsere Reise entlang des Atlasgebirges Richtung Marrakesh führen in dem es einen Skilift geben soll. Natürlich wollen unsere Snowboards, die wir eingepackt haben, auch diesen Winter Schnee sehen :) 

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Kommentare: 1
  • #1

    Paddy (Sonntag, 16 Dezember 2018 17:47)

    Richtig interessant! Ihr macht alles richtig :)!!! Da bekommt man wirklich Fernweh!