verbogener Rahmen in Zagora & Testfahrt im Erg Chegaga

Nach unserem Offroad- Desaster zwischen Todhra und Dades Schlucht, machte Andi am Campingplatz noch einen Rundgang am Fahrzeug. Ein paar Kratzer, ein Licht verloren und der Rahmen auf beiden Seiten gebogen. Nach langer Recherche haben wir die anscheinend beste Werkstatt in Marokko gefunden, Ali Nassir in Zagora. Zagora lag knapp 300 Kilometer von unserem Stellplatz weg und wir haben und entschlossen langsam und auf !Hauptstraßen! bis dort hin zu fahren um dies zu reparieren. Wir sind um ca 17 Uhr dort angekommen und sobald wir einen Preis mit Ali ausgehandelt haben, wurden uns direkt vor der Werkstatt und der Hauptstraße die hinteren Reifen abgenommen und der LKW aufgebockt. Cool, hier können wir auch schlafen, direkt neben der Hauptstraße wird bestimmt lustig.

Am nächsten Morgen haben die Mitarbeiter von Ali losgelegt, Andi schwang sich in seinen Overall und half mit, bzw hatte die Augen auf die Jungs. Für mich war nichts zu tun, so habe ich die 4 Tage entspannt und ein paar Kleinigkeiten im Wohnraum gemacht, wie zum Beispiel einen Boden vom Küchenschrank hochgeklebt weil der durch die Erschütterungen leider nachgelassen hat :) 

Wer Schiffbruch in Marokko erleidet können wir die Werkstatt Ali Nassir sehr ans Herz legen. Er hat wohl in Frankreich seinen Meister gemacht und hat Ahnung was 4x4 Autos betrifft. Allerdings sollte man den Preis vorher ausmachen sonst könnte dich der Schal treffen. Übrigens hatten wir bei ihm Kost und Logis frei, wir konnten auf seinem Hof mit Lütje stehen und es gab 3 mal am Tag Essen für alle. Unser Rahmen wurde mit Hitze wieder gerade gebogen und das ganze wurde mit Plug Ins verstärkt. Zum Schluss noch gestrichen, saubergemacht und abgeschmiert. 

Bei Ali haben wir gesamt 4 Nächte verbracht und sind den letzten Tag in Zagora noch auf einen Campingplatz gefahren damit wir Wäsche waschen können. Am nächsten Tag würde unsere Reise nach M´Hamid gehen in der ein Offroad Strecke über die Sanddünen des Erg Chegagas bis hin zum ausgetrockneten Lac Iriki nach Foum  Zguid  geht. 

Von M’Hamid aus führt eine 2 Tages Strecke über den Rand des Erg Chebbi bis nach Foum Zguid die wir fahren. Anfangs konnte man die Spuren im Sand noch deutlich folgen, teilweise wurde der Weg von Sanddünen zugeweht über die wir aber Problemlos kommen. Unser Lütje schlägt sich trotz der viel zu schmalen Reifen, zu viel Aufdruck und den komplett Vollgetankten 400 Liter Frischwasser Tanks und 400 Liter Diesel super. Die sandige Piste über 14 Kilometer wird Lütje nach jeder bestandenen, etwas heikleren Düne, liebevoll getätschelt und gelobt von uns. 

Nach den 14 Kilometern kamen wir auf eine schwarze Piste die uns dann zu den schwierigeren Weichsandpassagen brachte. Hier war doch ein bisschen mehr fahrerisches Geschick gefragt. Die Spuren durch den Erg waren nur noch sehr schwer zu erkennen und so mussten wir öfter aufs Dach klettern um zu schauen welche Dünen wir umfahren oder überfahren können, um auch wieder weiter zu kommen. Als es auf Nachmittags zu geht entschliessen wir uns in der Nähe der größten Dünen Marokkos einen Schlafplatz zu suchen. Die Düne Lhabidia ist mit 550 Metern die Höchste in Marokko. Wir wollten noch ein bisschen weiter in die Dünen fahren, damit uns vom Track aus keiner sehen kann, leider haben wir uns bei diesem Versuch das erste mal festgefahren. 10 Minuten später stand auf einmal ein Mann vor uns der mir wortlos die Schaufel abnahm und beim graben half. Wir steckten unsere Sandbleche unter die Reifen und kamen mit dem ersten Versuch frei. Unser Helfer verabschiedete sich von uns und verschwand wieder so schnell zwischen den Dünen wie er auch gekommen war. Leider hat es sehr stark gewindet, der Sand peitschte uns ins Gesicht und wir konnten uns nicht raussetzen. Zum Sonnenuntergang sind wir aber doch raus und kraxelten auf eine Nahe gelegene Düne, saßen im weichen Sand und genoßen die absolute Stille, die absolute Erholung und die absolute Freiheit die bestimmt nirgendwo auf der Welt so frei ist wie in der Wüste. Sobald die Sonne weg war, wurde es ziemlich schnell frisch, der Wind fegte immer noch über die Dünen Sodas wir draußen kein Feuer machen konnten. Also kochten wir drin, heute gab es ein Festmahl für uns. Angelehnt auf eines unserer Lieblingsgerichte „Tiroler Gröstl „ mit Kartoffeln, Paprika, Zwiebel, Speck und Leberkäse, haben wir uns ein ähnliches Gericht gezaubert mit einem Spiegelei obendrauf. In dieser Nacht haben wir unglaublich gut geschlafen, kein Einziges Geräusch außer das des Windes, kein Vogel am Morgen keine Gebetsrschreie der Muizinen aus den Moscheen. 

Relativ früh am nächsten Morgen brachen wir wieder auf um bis zum Lac Iriki zu fahren. Der See ist Gott sei Dank komplett ausgetrocknet, denn wie wir gehört hatten, falls er zu nass ist könnte unter umständen unser Lütje einsinken und dann ist er nur noch sehr schwer zu bergen. Weiter geht unsere Strecke nun nach Foum Zguid, wir folgen einigen Spuren über die sehr harte, steinige Wüste, Wellblechpiste der extrem nervigen Art. Jeder Stein und jede Querrinne lässt uns und Lütje hüpfen. Viel Tempo geht hier definitiv nicht, so sind die paar Kilometer bis Foum Zguid in 3,5 Stunden zu schaffen. Mitten im Nichts stehen ca 20 Touristen auf einem Hügel, weil wir uns ja nichts entgehen lassen wollen, haben wir neben ihren Guides geparkt und sind auch hochgelaufen. Wow… hier hat man eine tolle Aussicht auf verscheidene Bergformationen und dieser „Hügel“ ist das reinste Fossilien Feld. In fast jedem Stein erkennt man mehrer Fossilien aller Art. Richtig Cool… und wir wären einfach dran vorbei gerauscht. Marokko ist übrigens voll mit Fossilien und Dinosaurier Funden, sogar das wahrscheinlich älteste Dinosaurier Fossil mit mehr als 180 Millionen Jahre wurde in Marokko im Hohen Atlas gefunden. 

Nach ca 50 Kilometer nervigem gehoppel haben wir die Militärstation von Foum Zguid erreicht. 

Die Herren wollten wie jedesmal unsere Pässe sehen und wissen wo wir herkommen. Hier unten im Süden, direkt an der Algerischen Grenze, ist die Militärpräsenz  relativ hoch. Nach der ersten Begegnung verliert man aber relativ schnell die „Angst“ und sieht es nun als netten Plausch an. 

Meistens wollen sie auch noch deine Route wissen, aus Vorsicht das man nicht zu nahe an die Algerische Grenze fährt, falls man keine Ahnung mehr hat wo man sich befindet, bekommt man schon mal eine Eskorte Richtung richtigen Weg. Da wir aber viel mit Offroad Karten via Handy navigieren, waren wir noch nie in der Situation das wir nicht mehr wussten wo wir sind. Ein kurzer Blick vom Offizier auf unser Handy und er lässt uns mit beiden Daumen nach oben wieder „frei“ 

Auf der Strecke vom Militärposten bis Foum Zguid ist uns aufgefallen das unsere zwei seitlichen Trittbretter den Geist aufgegeben haben und nach unten hängen. Provisorisch mit Kabelbinder nach oben gezurrt, werden wir es aber bestimmt bis zum nächsten Schweisser schaffen….

Hach…. mit so einem alten Fahrzeug hört die Arbeit nie auf :) 

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