Marokkanische Weihnachtszeit

Endlich ans Meer

Meer… wir sind nun schon über einen Monat in Marokko und haben noch kein einziges mal das Meer gesehen. Ich habe regelrecht einen Drang dazu endlich ans Meer zu fahren. Eigentlich wollte Andi ja noch etwas im Atlas Gebirge bleiben um den höchsten Berg Marokkos, den Jbel Toubkal mit seinen 4167m ist er der höchste Berg in ganz Nordafrika, zu besteigen. Leider gab es einen Vorfall dort und somit waren für diese Zeit Trekkingtouren zum Berg unmöglich. Wir fahren also von Marrakesch endlich Richtung Westen, nach Essaouira besser gesagt nach Moulay Bouzarqtoune ca 20 Kilometer nördlich von Essaoira. Kaum fuhren wir auf den Platz direkt am Strand, hüpfte ein quirliger Deutscher Mann auf unsere Einstiegstreppe am Lkw, hält mir einen Becher vor die Nase und fragte „Wollt ihr nen Skorpion sehen, der ist tödlich! Den haben wir gerade gefunden! Gut jetzt wissen wir das wir die Schuhe morgens ausklopfen sollten bevor wir sie anziehen. Wir parkten Lütje direkt am Strand mit Sicht aufs Meer, natürlich vom Schlafzimmer aus ;) und sagten der Gruppe vom Skorpion Mann hallo. Schon beim begrüßen fällt uns auf die Jungs sind witzig und wir werden definitiv Spaß mit ihnen haben. Abends haben wir zusammen ein Lagerfeuer gemacht, gekocht und gegessen. Leider verließen uns die Jungs schon am nächsten Tag, wir haben aber mit Boy die Nummern ausgetauscht da wir beschlossen haben Silvester zusammen zu feiern. In Moulay Bouzaqtoune verbrachten wir 4 schöne ruhige Tage, Andi versuchte sich im Angeln, Christine und Lukas von syncrovwt4 (Instagram) besuchten uns zum Pizzaessen und ich war endlich am Meer. Leider war das Wasser zu kalt zum schwimmen, aber mir hat es gereicht einfach nur den Wellen und dem Plastiktüten Angler Andi zuzusehen. 

Weihnachten und die Küche unter Flammen

Einen Tag vor Weihnachten wollten wir nach Essouira fahren und unbedingt eine Waschmaschine suchen. Wir haben gefühlt 2 Tonnen dreckige Wäsche und keine T Shirts mehr. In Essouira durften wir leider nicht frei stehen, einen Campingplatz gibts dort keinen, dafür müssen wir ins 17 Kilometer entfernte Sidi Kaouki fahren. Wir schlenderten an dem Tag noch ein bisschen durch Essouira, schauten uns die wunderschöne Stadt an, aßen das beste Sandwich aus ganz Marokko und einige Stunden später meinte Andi, Scheiße! Ich habe keine Karte in der Kamera…. Nein! so eine schöne Stadt und wir haben keine Bilder. Essouira wurde mir gesagt, soll Bob Marleys Lieblingsort gewesen sein. Hier ist der Reggae und die Rasta bzw. auch die Hippie Kultur sehr offensichtlich. Die jungen Marokkaner haben fast alle lange Rastas, an der Strandpromenade tummeln sich mehrere Musiker, in vielen Cafés läuft Reggae und es sind viele „Hippie Touristen“ unterwegs. Wirklich eine sehenswerte Stadt! Abends fahren wir nach Sidi Kaouki wo wir uns zwischen 3 Campingplätzen entscheiden können. Den ersten fahren wir an und fragen direkt nach einer Waschmaschine, nein! Gut dann zum nächsten, der ist überfüllt ohne Ende, hat aber eine Waschmaschine. Der einzige Platz der frei wäre, war direkt am Eingang. Wir hätten zwar reingepasst aber unsere Türen, geschweige denn unsere Treppe nicht mehr aufbekommen. Andi schaute sich etwas um und meinte dann zu mir, wir können uns neben den KAT1 stellen. Ja von mir aus, ist ja nur zum Wäsche waschen und über Weihnachten einen Platz zu haben bei dem es nicht sein kann das man mitten in der Nacht vom Militär vertrieben wird. KAT1 ist übrigens eine Familie: Elke, Kai, Tara & Conner, zusammen sind sie Traum-Kat und wollen 1 Jahr eine Auszeit nehmen. Conner konnte von der Schule freigestellt werden. Wir verbrachten mit ihnen ein sehr schönes Weihnachten und noch ein paar Tage in Sidi Kaouki. Gemeinsam fuhren wir nach Agadir. Wir mussten mehrer Grundnahrungsmittel aufstocken für die Reise durch Westsahara und Mauretanien, wir wissen nicht ob wir dort alles bekommen können. Außerdem standen wir mal wieder einen ganzen Tag vor dem Baumarkt… Ich wollte einen Tag vorher Kräuterbaguette im Ofen machen, naja irgendwie habe ich es geschafft das Kräuterbaguette zum Bricket verwandelt und ausserdem die halbe Küche abgefackelt, Das Kräuterbaguette stand komplett in Flammen und dadurch das ich draußen saß habe ich das nicht mitbekommen. Die Decke war jetzt schwarz. Naja in Agadir haben ich die Decke wieder gestrichen und Andi hat meine geliebte Aussenküche mit Licht und einer Steckdose gepimpt. Außerdem habe ich eine Saft Presse bekommen. Auch unsere French Press war kaputt, eine neue wurde gekauft, die hat nicht mal die erste Kaffeezubereitung überlebt und so haben wir uns eine kleine DeLonghi Kaffee Maschine zugelegt. 

Tafraoute

Endlich waren wir komplett fertig mit Einkäufen und Restaurierungen und fuhren nach Tafraoute in die Berge. Dort werden wir Boy und die Jungs von Moulay Bouzagtoune und Christine und Lukas von syncrovwt4 wiedersehen und gemeinsam Silvester in den Bergen feiern. Die Fahrt von Agadir nach Tafraoute führte wieder über eine steile Straße über die Berge bis wir endlich in Tafraoute ankommen. Umgeben von unglaublich schönen Palmenhainen finden wir unseren Platz neben den anderen und können so lustige Tage und ein noch lustigeres Silvester verbringen. Wir haben viel Lagerfeuer gemacht, naja eher eins, aber ein so großes das 3 Tage lang durchgebrannt hat, wir saßen die halbe Nacht um unser Lagerfeuer und haben gemeinsam gekocht und gegessen. Am 3. Januar sind alle anderen aufgebrochen, für die meisten wurde es Zeit wieder Richtung Norden zu fahren um wieder nach Deutschland zu kommen. Am letzten Abend lernten wir  Xsabi  kennen. Einen Spanier der alleine mit seinem Zelt durch Marokko stoppt. Xsabi wollte in die gleiche Richtung wie wir, so nehmen wir ihn mit nach Sidi Ifni und verbrachten eine weitere Nacht zusammen in Sidi Ifni auf Klippen direkt am Meer. Ab jetzt werden wir nur noch Richtung Süden fahren…

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