Schnipp schnapp Kabine ab!

Abrüstung

Lütje's Tage als Feuerwehrauto sind gezählt. Um Platz für den geplanten Wohnkoffer zu machen muss der ehemalige Feuerwehraufbau demontiert werden.

Dabei gibt es außer der Arbeitssicherheit, welche bei allen Arbeiten immer im Vordergrund steht nicht besonders viel zu beachten.

 

Die Aufbaurichtlinien von Mercedes hatten dem Aufbauhersteller (Bachert) bereits vorgeschrieben wie der Aufbau zu befestigen ist - vice versa - lässt sich dieser also auch demontieren. Nachdem alle Schrauben gelöst sind, die Löschwasserpumpe demontiert sowie der Löschwassertank entfernt wurde kann der Aufbau mit Hilfe eines Kranes abgehoben werden. 


Die Manschaftskabine

hier hatten zu Lütje's Zeiten als Feuerwehrauto 9 Mann platz. Prinzipiell bietet die Kabine daher auch genug Platz um darin ein Bett oder eine Sitzgruppe zu realisieren. 

 

Unser Ziel war es einen möglichst großen Wohnkoffer auf unserem Fahrgestell zu verwirklichen. Wir haben uns dafür entschieden die Kabine auf die Größe eines Fernfahrerhauses zu kürzen. Diese soll schlussendlich Platz für 4 Personen bieten. 

 

Das heißt alles demontieren, Böden rausreißen das Gestell freilegen, die Fahrerhausverriegelung lösen und das kippbare Fahrerhaus zunächst provisiorisch abstützen...dann mit der Flex ran. Klingt einfach - ist es auch, wenn man nicht gerade zwei linke Hände hat ist die Arbeit in einem guten Tag erledigt.

 


Fernfahrerhaus

Nachdem unser Lütje nun "nackt" mit großem Loch in der Kabine im Hof stand musste dieses natürlich auch wieder geschlossen werden. 

 

Da unser Lütje als er bei Mercedes vom Band lief bereits ein Fernfahrerhaus hatte und dieses vom Aufbauhersteller verlängert wurde (damit wir dieses dann wieder zurrückbauen können :D waren die Aufnahme für das Schloss und die Wippe noch vorhanden. Diese mussten also nur nach vorne versetzt werden.

Des weiteren hat der Hydraulikzylinder zum Kippen des Fahrerhauses einen neuen Platz gefunden. 

 

Anschließend wurden Verstrebungen für die neue Rückwand angepasst und verschweißt. Diese geben dem Fahrerhaus wieder die notwendige Stabilität, sodass auch das begehbare Dach auch wieder als solches genutzt werden kann. Im selben Zug wurde hinter dem Fahrer und Beifahrersitz ein Gestell für die geplante Liege/ Rücksitzbank vorgesehen.

 

An die Verstrebungen ist schließlich die neue Rückwand genietet, mit Karrosseriekleber abgedichtet und das Dach umgebördelt worden. 


Dämmung

Um den Fahrkomfort noch zu steigern wurde die gesammte Kabine gedämmt. Als erste Lage ist Alubutyl aufgetragen worden, dieses Material welches aus Bitumen sowie einer Aluminiumhaut besteht ist selbstklebend, wird im Kraftfahrzeugsektor zur Schalldämmung genutzt und wirkt dem "dröhnen" aufgrund der hohen Masse entgegen (senkt die Eigenresonanzfrequenz). Darauf ist die zweite Lage Dämmvlies geklebt worden, welches besonders Schalldämmende aber eben auch Wärmedämmende Eigenschaften besitzt. Der Boden des Fahrerhauses wurde zusätzlich mit einer Schwerschicht versehen sowie der Motorraum von unten gedämmt. Das Ergebnis ist eine wirklich angenehme Geräuschkulisse im Fahrerhaus, da das Motorengeräusch (der Motor sitz direkt unter dem Fahrerhaus) deutlich eingedämmt wurde und wir uns nun nichtmehr anschreien müssen ;)