Vorbereitung einer Langzeitreise mit dem Wohnmobil - eine grobe Checkliste als Hilfe

Mir war im Vorhinein nicht bewusst das es so viel Bürokratie und Forschungen erfordert um eine „Flucht“ der Bürokratie zu erreichen. Je nachdem wohin man reist und wie man reist müssen die Vorbereitungen unterschiedlich getroffen werden. Für unseren Fall erst einmal durch ganz Afrika zu reisen kommt da schon allerhand zusammen. 

 

  • Der Führerschein

Unser erster Schritt war der LKW Führerschein. Andi ist Deutscher, ich bin Österreicherin, zusammen haben wir bis Januar 2018 in Österreich in meinem Heimatort dem Kleinwalsertal gelebt. Für den Führerschein haben wir uns für die Fahrschule Thermenland in der Steiermark entschieden. Grund dafür war, wir hätten beide 6 Monate in Deutschland gemeldet sein müssen um den Schein in Deutschland zu machen, fällt schon mal raus. Vor 10 Jahren habe ich den PKW Schein schon in der Fahrschule Thermenland gemacht, die Fahrschule bietet sogenannte Crash Kurse für die Dauer von 3,5 Wochen an. Außerdem kann man den LKW Führerschein in Österreich relativ günstig machen, wir haben sage und schreibe 895  € pro Nase bezahlt, dazu kommen allerdings noch Gebühren in Höhe von knapp 300 €. Das heißt im Klartext unter 1500 € für einen Führerschein der Klasse C in 3,5 Wochen! in dieser Zeit heißt es aber büffeln, büffeln, büffeln. Die Theorie ist nicht wenig und für jemanden der davon noch keine Ahnung hat auch schwer verständlich. Durch Andi´s Hilfe habe ich mich aber schnell eingelernt und somit war die Theorie Prüfung ein Kinderspiel für uns. 

 

  • Internationaler Führerschein

In den meisten Ländern außerhalb Europas ist es sinnvoll einen Internationalen Führerschein dabei zu haben. Ein Internationaler Führerschein ist übrigens nur ein Zusatzdokument, das heißt er ist nur gültig in Verbindung mit dem „normalen“ Führerschein. Da wir bei der Beantragung bereits in Deutschland bei Andi´s Eltern gewohnt haben mussten wir erst unsere Österreichischen Scheine auf Deutsche umschreiben lassen, damit wir den internationalen beantragen konnten. Den Internationalen Führerschein konnten wir direkt beim Einwohnermeldeamt beantragen und gegen eine Gebühr von 16 € wurde uns der „Lappen“ 3 Wochen später in den Briefkasten geliefert. Der internationale Führerschein ist nur 3 Jahre gültig und in manchen Ländern wird er nicht anerkannt bzw nur Zeitweise anerkannt. In Kenia zum Beispiel gilt er nur 3 Monate, in Katar nur 7 Tage und in China muss man sogar eine zusätzliche Fahrprüfung machen. Im größten Fall hilft einem der Internationale Führerschein bürokratische Hürden schneller zu überwinden, ist aber keine Garantie dafür das man in jedem Land der Welt problemlos Fahren kann.

 

  • Zweiter Reisepass

Ein Zweiter Reisepass kann einem die Weiterreise retten. Was machst du wenn du vor Nigeria stehst ein Visum Beantragen willst, aber das nur vom Heimatland geht? Dann muss der Pass nachhause geschickt werden und unter Umständen stehst du wochenlang ohne einen Pass in einem fernen Land wo du dich bei jeder Kontrolle ausweisen musst. Doof gelaufen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden einen zweiten Reisepass zu beantragen. Wie fast niemand weiß hat jeder Bürger Deutschlands und Österreichs ein Recht auf einen zweiten Reisepass, wenn ein guter Grund vorliegt. Gibt es einen besseren Grund als ohne Reisepass in einem Land zu stehen und hoffen ob der Pass irgendwann mal wieder ankommt? ich denke nicht, und so war unsere Beantragung beim Einwohneramt für Andi und beim Österreichischen Konsulat in Frankfurt für mich überhaupt kein Problem. Der Zweitpass ist gleich teuer wie der „normale“ aber nur 3 Jahre gültig.

 

  • Carnet de Passages

Für viele Länder der Erde ist ein sogenanntes Carnet de Passages  notwendig, der „Reisepass“ unseres Fahrzeuges. Ein Carnet kann man beim ADAC beantragen. Dieses sollte man sehr gut aufheben denn wenn ein Land dein Fahrzeug eingestempelt hat aber bei Ausreise nicht, kann es sehr teuer werden. Das Carnet soll verhindern das du dein Fahrzeug im Ausland verkaufst und die Steuer einsackst. Das Carnet ist ein Jahr gültig und die Kaution die du hinterlegen musst , sehr teuer. Wir haben uns mit der „niedrigsten Kategorie“ angemeldet und mussten sage und schreibe 5.000 € Kaution hinterlegen. Je teurer dein Fahrzeugwert ist kann es auch mal bis an die 25.000 € werden. Da man den Fahrzeugwert aber selbst angeben kann, wird wahrscheinlich von 95% der Carnetbesitzer geschummelt :) Die Kaution bekommst du allerdings, sobald du dein Carnet wieder abgibst und dein Fahrzeug Deutschen Boden erreicht hat, wieder zurück. Problematisch wird es bei der wiederholten Beantragung. Unser Carnet ist ein Jahr gültig, dann muss ein Original geschriebener Antrag an den ADAC gesendet werden, ein neues Carnet wird ausgestellt und der Versand erfolgt innerhalb Deutschlands. Wir haben einen Antrag vorbereitet und auf unser Go wird er von Andi´s Mama zum ADAC geschickt. Wie das neue Carnet aber bis zu uns kommt und in welchem Land wir sind sobald es ausläuft wissen wir noch nicht. Momentan haben wir drei Hintergedanken, jemand kommt uns besuchen und bringt es uns mit, wir benutzen die Reisenden Post die in sämtlichen Foren oder auf Facebook funktioniert oder wir lassen es an ein Hotel, Campingplatz oder eine Botschaft schicken. Ob das dann aber tatsächlich ankommt sei dahin gestellt. Wir werden es euch aufreden Fall wissen lassen.

Kostenpunkt für ein Carnet de Passages  210€ für Mitglieder und 310€ für nicht Mitglieder, pro Jahr versteht sich, da es ja nur 1 Jahr gültig ist. 

 

  • Kranken - Langezeitreiseversicherung

Wer sich ein bisschen mit einer Langzeitreise beschäftigt wird schnell merken, dass eine Versicherung wie sie zum Beispiel bei Kreditkartenanbietern dabei ist ist mit ihren 9 Wochen pro Jahr deutlich zu kurz ist. Also muss eine Langzeitkrankenversischerung her. Als erstes sollte man sich im klaren sein wohin die Reise geht, denn wer nach Canada oder Amerika einreisen will MUSS mit dem fast Doppeltem an Kosten für die Versicherung rechnen. In Canada und Amerika sind die Arztkosten sehr hoch, deshalb auch die Versicherung. Die meisten Versicherungen bieten ihre Versicherungen für 1 Jahr an. Wir wollten eine für 5 Jahre und haben hier nur 2 Anbieter gefunden. Hanse Merkur uns STA Travel - für die wir uns auch Schluss endlich entschieden haben. STA Travel hatte alle für uns relevanten Verischerungsbedingungen enthalten und war fast zu hälfte günstiger auf 5 Jahre wie Hanse Merkur. Warum kann man sich hier fast 6.000€ sparen für zwei Personen, irgendeinen Haken muss es ja haben. Nach langem Forschen bin ich drauf gekommen das bei STA Travel die Preise relativ günstig sind, solange man jung ist, während die Preise für die ältere Generationen massiv in die Höhe schlagen, bei Hanse Merkur bleibt die Preisentwicklung in etwa gleich und Jung und alt muss fast das gleiche zahlen. Auch bei Fragen war STA Travel sehr hilfsbereit und freundlich am Telefon. Falls man die 5 Jahre nicht ausnützt bekommt man den Rest einfach wieder ausgezahlt, auch eine Verlängerung der Reiseversicherung von Unterwegs ist kein Problem. Ein Versicherungsfall ist bei uns bis Dato noch nicht aufgetreten daher können wir noch nichts über die Abwicklung schreiben, sollte dies passieren werden wir uns aufreden Fall dazu äußern.

 

  • Kreditkarten & Geldangelegenheiten

Dazu kann ich nur zwei Wörter sagen Sandtander und DKB.

Beides sind aufladbare Kreditkarten, also Prepaid  und man kann Bargeld auf der ganzen Welt kostenlos abheben, da kann einfach kein anderer Anbieter mithalten!

 

  • Medikamente & Impfungen

Ein wichtiges Thema das über Leben und Tot entscheiden kann da Medikamente in manchen Ländern nur sehr schwer zu bekommen sind. Unsere Reiseapotheke ist zum brechen voll unter anderem weil Andi sich gerne öfter verletzt. Zu unserem Standartsortiment gehören allerlei Pflaster, Mullbinden, Desinfektionsmaterial, Schmerztabletten, Elektrolyte, Mittel gegen Verstopfungen und Durchfall, Breitbandantibiotika, Tigerbalsam, Malarone und einfachen Erkältungsmedikamenten. Eine detaillierte Beschreibung würde hier definitiv den Rahmen sprengen aber ich werde in Zukunft einen extra Artikel darüber schreiben und ihn hier verlinken.

Die Impfungen haben wir alle vorweg gemacht und haben uns gegen so gut wie alles geimpft.

Die Grundimpfungen für Reisende wie Typhus, Hepatitis A+B und Tollwut sollte jeder haben. Zusätzlich haben wir für unsere Reise noch die Gelbfieber Impfung benötigt da wir sonst in einige Länder Afrikas nicht einreisen können. Die Malariaprophylaxe haben wir nicht gemacht, da wir unseren Körper nicht monatelang mit den starken Medikamenten belasten möchten. Wir haben uns für ein Stand By Medikament Namens Malarone entschieden dass wir einnehmen sobald wir Malaria bekommen. Klingt nicht geil, ist es auch nicht aber für uns die einzige Möglichkeit. Dazu habe ich mich einwenig Informiert und Blätter des Einjährigen Beifußes besorgt. Der Einjährige Beifuß ist ein natürliches Heilmittel gegen Malaria und soll Viren und Entzündungen den Garaus machen. Vorweg täglich getrunken soll der Körper einen Duft ausströmen den die Mücken sehr unnatraktiv finden und nicht so oft beißen wollen. Der Geschmack des Tee’s ist sehr bitter und gewöhnungsbedürftig, mit Honig aber trinkbar. Zusätzlich haben wir noch Anti Brumm, und Feet als Mückenspray dabei. Lange Kleidung Abends ist Pflicht vor allem wenn man so wie ich regelrecht attackiert wird von diesen Drecksviechern. Andi hat keinen einzigen Stich, ich ungefähr zwanzig. Super! Ehrlichgesagt habe ich mich schon damit abgefunden dass einer von uns höchst- wahrscheinlich Malaria bekommen wird, daher die gute Vorbereitung.

 

  • Wohnsitz und Post

Wir haben die einfachste Variante und haben weiterhin unseren Wohnsitz in Deutschland wo Andi´s Eltern sich um unsere Post kümmern. Es gibt allerdings spezielle Firmen die deinen Postservice übernehmen und dir die eingescannte Post per Mail senden. Leider kann ich dir hier nicht viele Infos zu geben da dass für uns nie in Frage kam. 

Infos dazu bekommst du unter digitalkasten.de oder www.dropscan.de